Du glaubst nicht, was manche Leute lagern...

17.08.2017 - 12:28 Uhr

Du glaubst nicht, was manche Leute lagern...

Was lagert man üblicherweise in einem Lager? Möbel, Akten, Autoreifen, Waren – das sind die ersten Dinge, die einem in den Kopf kommen. Doch es gibt auch andere, teilweise sehr spezielle Sachen, die aufbewahrt werden. In unserem heutigen Blogbeitrag erzählen wir, was für Lagergut es noch so gibt.

Der Bakterien-Stammbaum

Um seinen neu entdeckten Organismus eines Bakterienstamms zu beweisen, musste ein amerikanischer Mikrobiologe Carl Woese verschiedene Exemplare in zwei Sammlungen präsentieren.
Beeindruckt von dem neuen dritten Stammbaum in der Bakterienwelt, reiste der deutsche Mikrobiologe Stackebrandt ebenfalls in die USA, um das Projekt zu begleiten.

»Heute werden Bakterien routinemäßig sequenziert«, sagt Stackebrandt, »man verfeinert so die Verästelungen im Stammbaum des Lebens.«

Bakterien über Bakterien werden gezüchtet, gepflegt, ein Teil davon verkauft und der Rest gelagert. Dafür gibt es ein eigenes „Laborlager“ für die Bakterienvielfalt:
Fachmänner für Bakterien, die Amöben bewohnen, für Bakterien die Schadstoffe abbauen und Antibiotika produzieren, Fachmänner für Bakterien, die keinen Sauerstoff vertragen und welche für Bakterien, die unter extremen Bedingungen leben.

Eine haarige Angelegenheit

Ob man nun die eigene Prachtmähne vergöttert oder die Locke von der verstorbenen Großtante Petty – Haare zu lagern gestaltet sich als nettes Andenken in der heutigen Zeit.
Online-Foren informieren über die richtige Lagerung: Es steht zur Debatte, ob eine Kühltruhe oder einfach nur ein luftdichter Behälter an einem trockenen Ort zur Lagerung von Haarteilen verwendet werden soll. Jedenfalls lässt sich die Idee einer Oma mit der Aufbewahrung in einem Bilderrahmen nicht an den Haaren herbeiziehen.

Zauberzutat hierfür: Ein Päckchen Silicagel in einen luftdichten Behälter dazu– dieses findet sich auch in so manchen Schuhkartons!
Für alle die an einer möglichst langen Lebensdauer der Fransen interessiert sind: Haare sind neben Knochen und Haut mit das Letzte was verwest. – Also: Let’s cut it! #shorthairdontcare

Das Z(w)icken der Zecke

Fett, graubraun und hässlich sind sie, wenn sie sich mit deinem Blut vollsaugen. Durch die FSME-Impfung lassen sich zwar mittlerweile Krankheiten, wie Borreliose oder FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis) vermeiden, jedoch bleibt immer ein Restrisiko. Klein und gut getarnt lauern sie in Wiesen und an Wegrändern ihrer nächsten Mahlzeit auf: Die Zecken!
Der Zeckenbiss alleine ist noch kein Problem. Erst wenn die Zecke an sich Träger einer Krankheit ist und diese durch den Biss dem Opfer weitergegeben wird, kann das tödliche Folgen haben.

Der Gesundheit zuliebe werden deshalb Zecken, die man bei sich selbst oder bei seinem Haustier entdeckt, aufbewahrt.
Der Grund: Die gelagerten Zecken können anschließend auf schlimme Krankheiten untersucht werden und man kann entsprechende Maßnahmen ergreifen!

„Hat man die Zecke und kann diese untersuchen, ist das Gold wert“, bestätigt auch Veterinärin Tina Hölscher

The need for speed!

Drogen dürfen bei einem Blog über die kuriosen Einlagerungen mancher Leute wohl nicht fehlen.
Aus anonymen Online-Foren geht hervor, dass ein reges Interesse an der korrekten Lagerung von Speed (auch „Pep“ genannt) besteht.
Die amphetaminhaltige Substanz wird der Rubrik der „Stimulanzen“ zugeordnet und verleiht den besonderen Kick. Die beliebte Droge wird von ihren Konsumenten sorgenvoll beäugt und möchte möglichst lange haltbar gemacht werden.
Dabei denken die meisten Nutzer, anscheinend zu Recht, an Kühlfächer und Kühlschränke, um den optimalen Kick des weißen Pulvers lange zu erhalten.

„Luft und lichtgeschützt an einem kühlen Ort“ klingt es im Chor von den Foren-Usern. Der Insider-Tipp: Die „kleinen blauen Flaschen aus der Apotheke“ dafür zu verwenden!
Was der clevere User zusätzlich beachtet: Gegenüber dem Apotheker nicht zu erwähnen, wofür man die bestellten Flaschen benötigt...

Nabelschnurblut für langes Leben

Die frischen, jungen Stammzellen, die in der Nabelschnur enthalten sind, sollen durch lebenslängliche Aufbewahrung zur Gesundheit des Kindes beitragen.
„Vita 34“ bekennt sich als erfahrener Lageranbieter von Nabelschnurblut im deutschsprachigen Raum.
In der Medizin kommen die blutigen Stammzellen bereits zum Einsatz, um schwere Krankheiten zu bekämpfen.
Die „besonderen“ Zellen können bei Bedarf aufbereitet und in Form einer Therapie verwendet werden.

„Nabelschnurblut – ein Geschenk des Lebens“, so wirbt Vita 34 für die Nutzung eines lebenslänglichen Stammzelldepots und garantiert den Leuten dadurch die Gesundheit ihrer Kinder. Es gilt wohl in Zukunft zu überdenken, ob die „Schnur“ einfach weggeworfen wird...

Miss Man-Icer

Als makabrer Gag zum Schluss: (Achtung: bitte nicht zu Hause nachmachen!)
Mehr oder weniger bekannt machte sich die sogenannte „Eislady“, die im November 2012 wegen Doppelmord vor Gericht stand, weil sie ihre Männer eiskalt lagerte.
Ihren außergewöhnlichen Titel verdankt sie ihrem Wiener Eiscafé „Schleckeria“, in dessen Tiefkühltruhen sie die zerstückelten Leichen von zwei Männern konservierte.
Was nicht mehr in die Truhe passte, wurde im Keller ihrer „Schleckeria“ einbetoniert.

Auf Grund des guten Zustands der konservierten Leichenteile konnten die Männer schnell als Exmann und Liebhaber der frostigen Madame identifiziert werden.
Wer sich für „Die wahre Geschichte der Eislady“ interessiert, kann sich das Buch von Martina Prewein mit dem Titel „Estibaliz Carranza – Meine zwei Leben“ kaufen.
Hinweis für Schaulustige: Die „Schleckeria“ inklusive Eistruhen gibt es leider nicht mehr.

Was hältst du von den kuriosen Lagerstories? Und was hast du so auf Lager in den hintersten Ecken deiner Bude?
Lass uns deine Meinung auf Social Media wissen! Lächelnd
Liebe Grüße, 

Dein Storebox-Team

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