Arbeitest du noch oder chillst du schon?

10.08.2017 - 15:46 Uhr

Arbeitest du noch oder chillst du schon?

Es ist Sommer, es ist heiß, viele sind im Urlaub. Dennoch sitzen viele im Büro und arbeiten fleißig weiter. Zum heutigen Faulpelztag möchten wir ein wichtiges Thema ansprechen: die Faulheit! Es wird vielen vorgeworfen, faul und unproduktiv zu sein – eine Todsünde in der heutigen Leistungsgesellschaft. Man muss mehr leisten, mehr produzieren, mehr liefern. Doch man muss auch auf sich achten und Zeit für sich selbst finden. Denn ohne Ausgleich kann es schnell vorbei sein mit schneller, weiter, höher. Aber wie faul darf man sein? Und wo ist die goldene Mitte?

Faulheit als Ressourcenschonung

Faulheit ist eigentlich ein uralter vormenschlicher Zustand, etwas Tierisches. Tatsächlich verbringen viele Tiere den Großteil ihres Lebens im Schlaf bzw. mit Faulenzen. Man denke nur an die Löwen, die bis zur 20 Stunden am Tag schlafen und nur in der Nacht aktiv sind. Tiere sind clever und schonen ihre Ressourcen, denn jede unnötige Bewegung heißt Energieverlust und evtl. Verschleiß am Bewegungsapparat. Doch für uns Menschen ist das keine ausreichende Begründung, faul zu sein. Denn wir haben keine natürlichen Feinde, wir müssen nicht jagen oder weglaufen. Wir arbeiten mit unserem Kopf, denn die Intelligenz und die Fähigkeit zu arbeiten sind eigentlich das, was uns von Tieren unterscheidet. Nur durch enorme Anstrengung ist es uns gelungen, die Zivilisation aufzubauen, wie wir sie heute kennen. Die größten Errungenschaften der Wissenschaft, Medizin und Kunst sind das Resultat unzähliger Arbeitsstunden, bitterer Fehler und überwundener Hürden. Ohne Arbeit wäre der Progress und die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft nicht möglich gewesen. Aber es gibt auch andere Sichtweisen.

Faulheit sei die größte Form der Freiheit

Das sagte der Philosoph André Rauch. Denn wer faul ist, ist meistens derjenige, der einfach das tut, was er gerade will und nicht das, was andere von ihm erwarten. Das ist schön und gut, wenn man es sich leisten kann. Doch was tun, wenn man gewisse Verpflichtungen hat? Von klein auf lernen wir, wie wichtig die Arbeit in heutiger Zeit ist. Deshalb gehen viele auf die Uni oder machen eine Berufsausbildung und üben dann eine Tätigkeit aus, die sie vielleicht nicht wirklich interessiert, aber als legitime Beschäftigung angesehen wird. Das geht vielleicht eine Zeit lang mit Selbstmotivation und Zwingen, doch irgendwann gibt die Psyche auf. Man will nicht mehr, Depressionen und Blackout sind die Folge. Um das zu vermeiden, ist es essentiell, eine richtige Work-Life-Balance zu finden.

Alternative Arbeitsmodelle oder entspanntes Arbeiten

Wer kennt sie nicht: den Sechs-Stunden-Arbeitstag aus Schweden, Workation oder Work & Travel. Im heutigen Zeitalter der individuellen Lebensstille ist es oft gar nicht nötig, einen 40h-Job zu haben. Viele arbeiten in Teilzeit oder von Zuhause. Alles eine Frage der eigenen Bedürfnisse.

Eine neue Form des entspannten Arbeitens stellt die sog. Workation dar. Workation ist eine Kombination aus Arbeit (Work) und Urlaub (Vacation). Dabei reist man um die Welt und arbeitet dabei übers Internet. Die Vorteile dieser äußerst flexiblen Arbeitsform sind neben der Entspannung auch eine neue Arbeitsatmosphäre sowie das Netzwerken und der Austausch mit Gleichgesinnten. Der ständige Arbeitsplatzwechsel bringt frischen Wind und sorgt für mehr Motivation. Im Rahmen des sog. „Remote Year“ arbeitet man 12 Monate lang in 12 unterschiedlichen Städten weltweit, die Kommunikation erfolgt dabei via Skype bzw. Slack. Doch solche Angebote sind nicht immer so verlockend, wie sie klingen: Oft wird man in kleinen Zimmern mit schlechter Internetverbindung untergebracht. Und äußerst produktiv ist man dabei auch nicht: Es geht eher um die Party und Erholung, als um den Workflow. Außerdem ist die Workation meist nur für Selbstständige, Freelancer bzw. digitale Nomaden geeignet, da man als Büroangestellter oder Arbeiter so gut wie immer an einen festen Arbeitsort gebunden ist.

Doch was heißt es nun, produktiv zu sein? Wie kann man Produktivität messen? Arbeitsstunden, KPIs, erreichte Meilensteine? Laut einer Studie, arbeiten die 40h-Angestellten effektiv 25h pro Woche. Man darf auch nicht vergessen, dass die Produktivität sehr länderspezifisch ist. Während die Japaner so fleißig sind und im Schnitt nur 8 Urlaubstage pro Jahr konsumieren, weil sie ihre Arbeit nicht auf die Kollegen übertragen wollen, ist es in Spanien durchaus üblich eine 2-3-stündige Mittagspause, auch Siesta genannt, einzulegen. Wie auch immer man die Produktivität definiert und sich die Zeit einteilt, wichtig ist, dass die Arbeit erledigt wird.

Vollgas arbeiten und Vollgas entspannen

Wir bei Storebox sind der Meinung, dass für ein glückliches und ausgeglichenes Leben beides wichtig ist: die Performance, aber auch ausreichende Erholung. Es wird oft bis in die Abendstunden intensiv gearbeitet, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Sind die Milestones aber erreicht, wird das auch gebührend gefeiert. Sport, Ausgehen, Wandern oder einfach mal zu Hause chillen – you name it. Eine Feder kann nicht ewig angespannt bleiben, ansonsten drohen Ermüdungserscheinungen. Also raus die Welt erobern, aber mit Rücksicht auf dich selbst und deine Mitmenschen. 

Was ist nun die Faulheit? Der höchste Grad der Freiheit oder die Voraussetzung zum Menschsein? Die Antwort liegt irgendwo dazwischen. Jeder muss für sich selbst die richtige Balance zwischen Produktivität und Faulheit finden – sei es eine Workation, eine 30-Stunden-Woche oder der klassische 09:00-17:00 Uhr Job. Vergiss nur nicht, dass du dein Leben selbst managen kannst und auch musst. Niemand zwingt dich, einen ungeliebten Job auszuüben. Die Arbeit muss Spaß machen und Begeisterung erwecken. Denn wie Konfuzius schon sagte: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“

Und was meinst du? Ist eine Trennung von Arbeit und Urlaub wichtig? Wie viel Urlaub ist wirklich nötig und welches Arbeitsmodell passt dir am besten? Lass uns deine Meinung auf Social-Media wissen!

Dein Storebox-Team.

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