Das Ende der Gratiszustellung oder die Zukunft des Onlinehandels.

30.08.2018 - 17:29 Uhr

Das Ende der Gratiszustellung oder die Zukunft des Onlinehandels.

Die Paketflut

Paketaufkommen wächst von Jahr zu Jahr rasant. Seit der Jahrhundertwende hat sich das Sendungsvolumen verdoppelt und wächst weiterhin zweistellig. Wir bestellen vermehrt alles online: von Büchern, Kleidung, Elektronik bis hin zu Möbeln und Lebensmitteln. Allein in Wien wurden 2016 pro Tag 170.000 Sendungen von sog. KEP (Kurier-, Express-, Paket) Diensten befördert. Mit der rasanten Entwicklung des Internets und mobiler Geräte entstand eine neue Branche des Onlinehandels bzw. e-Commerce, welche den stationären „Offline“-Handel massiv unter Druck setzt. So betreiben heutzutage viele kleine Greißler ihren eigenen Online-Shop.

Mit den neuen Konsummustern ändert sich auch das Verhalten der Endverbraucher: oft bestellt man mehrere Sachen zum Anprobieren, der Anteil der Retourensendungen ist vor allem bei Kleidung, aber auch bei Amazon sehr hoch. Dabei erwarten sich die meisten Kundinnen und Kunden, dass sowohl die erste Zustellung als auch die Retoure gratis sind. Der Versand ist oft das K.O.-Kriterium: werden Versandkosten verlangt, gehen viele Konsumenten lieber in den stationären Handel. Doch diese Gratismentalität der Nutzer hat auch ihren Preis: die KEP-Dienstleister sind mit der Paketflut überfordert, suchen dringend nach Zustellern und arbeiten oft gerade mal kostendeckend. Da der Handel die Versandkosten für die Kunden so niedrig, wie möglich halten möchte, sind die Gewinnmargen sehr gering. Gleichzeitig wächst der Bedarf nach Same-Day-Delivery, also nach taggleicher Zustellung.

 

Die Zustellbarkeit der Pakete erweist sich vor allem im städtischen Bereich als sehr problematisch, denn die meisten berufstätigen Kunden können ihre Pakete untertags zu Hause nicht empfangen und in die Arbeit liefern lassen ist oft vom Arbeitgeber nicht erwünscht. Die hohe Auslastung der Paketzusteller, welche um die 20 Pakete pro Stunde ausliefern müssen, führt dazu, dass die Sendungen oft trotz Anwesenheit der Kunden nicht zugestellt werden. Die Kunden beschweren sich, dass der Paketbote nicht geklingelt hat, obwohl sie zu Hause waren. Das führt zu unnötigem Ärger auf beiden Seiten, mühsamen Zweitzustellversuchen und resultiert oft in negativen Bewertungen beim Händler. Um das Problem der letzten Meile zu lösen, gibt es zahlreiche Forschungsinitiativen, Pilotprojekte und Konzepte. Wir haben einige unter die Lupe genommen.

byrd - Fulfillment leicht gemacht

byrd bietet eine all-in-one Logistikfulfillment-Lösung für E-Commerce. Von der Onlineshop-Integration mittels eigener API-Schnittstelle, über Lagerung und Handling bis hin zum Versand und Dropshipping – byrd´s Algorithmus findet die günstigste Versandoption. Auch Zollformalitäten, Verpackung und Retourenmanagement übernimmt byrd für euch. Mit byrd lässt sich die gesamte Logistik kostengünstig auslagern. Derzeit wird der Service in Wien und Berlin angeboten. Mehr dazu findest du auf der Website von byrd.

 

Das Fulfillment-Service von byrd ©byrd

City-Logistik Lösungen

Im B2C-Segment experimentieren die Paketzusteller und Online-Händler vermehrt mit anbieteroffenen Paketboxen. Lösungen wie Amazon Locker, Pakadoo oder Qool Collect bieten den Kunden die Möglichkeit, die Pakete an eine anbieteroffene Paketbox zu schicken, um diese dann abzuholen, wenn einem passt. In Berlin wird im Rahmen des Projekts „KoMoDo“ die last-mile Zustellung mittels Lastenrad und Mikrodepots getestet. Mit Routenoptimierung mittels Tourenplanungssoftware wird versucht, die Fehlerquote bei der Zustellung zu minimieren. Auch an der verbesserten Kommunikation wird gearbeitet: manche Versanddienstleister bietet mehrere Zustelloptionen an, fragen explizit nach dem Wunsch der Samstagszustellung und bieten Paketankündigung per E-Mail und SMS. Doch all das sind meistens Insellösungen, es fehlt die großflächige Akzeptanz und die Zahlungsbereitschaft der Kunden.  Manche Paketzusteller, wie DPD kündigen an, dass die Türzustellung künftig kostenpflichtig sein kann. Auch die Paketbox-Lösungen werden oft kostenpflichtig angeboten. Klar ist, dass es was an unserem Konsumverhalten und der Gratismentalität ändern sollte. Denn der Gratisversand geht auf Kosten der überarbeiteten, unterbezahlten Paketzusteller. Das kann nicht nachhaltig funktionieren.

 

Storebox

Wir bei Storebox sind stets bemüht, nicht nur das modernste Selfstorage in Europa anzubieten, sondern den Platzmangel nachhaltig zu lösen. Mit unserem dichten Lagernetzwerk bieten wir flexiblen Stauraum für Private und Business-Kunden, z.B. für dezentrale Lagerung für Onlineshops. In diversen Forschungsprojekten zusammen mit der TU Wien und der FH des bfi Wien untersuchen wir alternative Aufbewahrungskonzepte und Zustellmethoden, welche bald umgesetzt werden.

Dein Storebox-Team

 

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